Nabil Shehata wurde 1980 als Sohn deutsch-ägyptischer Eltern in Kuweit geboren. Im Alter von vier Jahren zog es die Familie jedoch wieder zurück nach Deutschland. Nachdem er im Alter von sechs Jahren zunächst Klavierunterricht von seiner Mutter bekam, erhielt er drei Jahre später seinen ersten Kontrabassunterricht bei Thomas Zscherpe.

Anschliessend studierte er bei Prof. Michinori Bunya in Würzburg und bei Prof. Esko Laine in Berlin. Während seiner Studienzeit war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie der Stiftung "Podium junger Musiker" und gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe, u.a. den „Concurso Julio Cardona“ in Covilha (Portugal) und den „Premio Valentino Bucchi“ in Rom. Beim ARD-Wettbewerb in München errang mit ihm in der Geschichte des Wettbewerbs erstmals ein Kontrabassist den 1. Preis. Darüber hinaus wurde ihm auch der beliebte Publikumspreis zugesprochen. Im Herbst 2006 wurde Nabil Shehata mit dem niedersächsischen Praetorius Musik Preis ausgezeichnet.

2003 verpflichtete ihn die Staatsoper Unter den Linden Berlin als 1. Solo-Kontrabassisten; von 2004-2008 war er in gleicher Position bei den Berliner Philharmonikern.

Als Solist wird er regelmäßig von namhaften Orchestern eingeladen, darunter das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Gulbenkian Orchestra Lissabon, die Bremer Philharmoniker und das Münchener Kammerorchester.

2008 gab er sein Debut als Solist bei den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Daniel Barenboim. In der Saison 2009/2010 war er u.a. als Solist im Wiener Musikverein zu hören.

Er ist gern gesehener Gast bei renommierten Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Jerusalem International Chamber Music Festival, dem Oxford Chamber Music Festival oder den Salzburger Osterfestspielen. Zu seinen musikalischen Partnern gehören Thomas Quasthoff, Nikolaj Znaider, Christoph Poppen, David Geringas, Frans Helmerson, Elena Bashkirova, Klaus Thunemann, Viviane Hagner oder Daniel Barenboim.

Shehatas besondere Liebe gilt dem Recital und der Kammermusik. Mit Kollegen der Berliner Philharmoniker und Tatjana Vassiljewa begründete er das Philharmonische Streichquintett, das in der Saison 2009/2010 bereits zum zweiten Mal in Japan gastierte. Ebenfalls war er in der letzten Saison in mehreren Konzerten mit dem Forellen Quintett von Schubert und dem Sextett von Mendelssohn-Bartholdy zusammen mit dem Fauré Quartett zu hören.

Auch die Förderung des musikalischen Nachwuchses liegt Nabil Shehata sehr am Herzen. Großes Engagement gilt dabei dem West-Eastern Divan Orchester, zu dessen langjährigen Mitgliedern er gehört und dem er als Orchestermitglied trotz seiner vielen anderweitigen Verpflichtungen treu geblieben ist. Er gibt regelmäßig Meisterkurse in Europa, Israel und Japan, unterrichtete an der Akademie der Berliner Philharmoniker und seit Oktober 2007 als Professor an der Hochschule für Musik und Theater München.

In den letzten vier Jahren hat sich Shehata zunehmend dem Dirigieren zugewandt. Anregungen und Unterricht erhielt er dabei von Daniel Barenboim, Rolf Reuter, Lawrence Foster und von Christian Thielemann.

Nach ersten Erfahrungen in der Arbeit mit verschiedenen Jugend- und Kammerorchestern gab er im Jahr 2007 sein von der Kritik hoch gelobtes Dirigierdebut in Cottbus.

Im Mai 2008 leitete er auf Einladung von Gustavo Dudamel das Simón-Bolívar-Jugendorchester in Caracas mit solch großem Erfolg, dass er sofort noch einmal für die nächste Spielzeit verpflichtet wurde. Danach leitete er das Dohnányi Orchestra Budapest, das Rundfunkorchester in Ljubljana, das Qatar Philharmonic Orchestra, sowie das Kammerorchester des Konzerthausorchesters und das Orchestre National du Capitole de Toulouse.

Erst kürzlich gab Nabil Shehata sein Japan Debüt als Dirigent mit dem Kyoto Symphony Orchestra. Nach der erfolgreichen Sommerproduktion " Der Diener zweier Herren " mit der Kammeroper München im Schloss Nymphenburg wurde er vom Ensemble mit sofortiger Wirkung zum Chefdirigenten ernannt.


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